01.03.2007 Beibehaltung der Kindergärten in den Stadtteilen

Ergebnis der Sitzung vom 15.03.2007:

Der erste Teil des Antrags (Bau des neuen Kindergartens in Wehen) wurde abgelehnt. Der zweite Teil (Erhalt der bestehenden Einrichtungen in den Stadtteilen) wurde angenommen.


Antrag an die Stadtverordnetenversammlung von Dorothee Etges:

Sehr geehrter Herr Wittmeyer,

bitte nehmen Sie den nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung:

Antrag:

Der Magistrat wird beauftragt

- die Planungen zum Bau eines 5-zügigen Kindergartens künftig in Wehen standortnah zum temporären Kindergarten Breslauer Straße weiterzubetreiben,

- dafür Sorge zu tragen, dass Kindergärten im Stadtbereich von Taunusstein in Zukunft in allen Ortsteilen beizubehalten sind.

Begründung:

Sicherheit und Grundvertrauen werden in der Kindheit erworben.  „Sich zurecht finden“  ist eine Grundvoraussetzung dafür. Dazu gehört  auch, dass der erste außerhäusliche Daueraufenthalt, der Kindergarten, demzufolge fußläufig zu erreichen sein sollte.

Kindergärten gehören dorthin, wo Kinder sind.

Die Gefahr von zentralen Kindergärten, wie es z.B. der geplante Kindergarten im Obergrund sein würde, besteht darin, dass die Kindergärten in den kleinen Stadtteilen  in absehbarer Zeit aus betriebswirtschaftlichen Gründen wegrationalisiert werden. Die Begehrlichkeit,  ausschließlich   nur aus  Rationalisierungsgründen kostengünstige Haushalte zu verabschieden , könnte eben die Schließung der Kindergärten in den kleinen Stadtteilen  bedeuten.   Wenn ,  wie es aus der demographischen Entwicklung zu sehen ist, weniger Kinder  geboren werden,  darf es nicht sein, dass  es die kleinen Stadtteile sind,  die auf „ihre“ Kindergärten verzichten müssen. Auf der Strecke bleiben dann die Kinder.  Sie  werden dann per Auto  ohne nachzuvollziehende Annäherung  an das Ziel „Kindergarten“ in einen zentralen Kindergarten gekarrt.

Die Sorgen, die wir uns im Präventionsrat über die „Haltlosigkeit“ unserer Kinder machen sind diesbezüglich  hausgemacht und von uns selbst zu verantworten.

Soziale Bindungen, wie sie gerade in den kleinen Stadtteilen noch sehr stark vorhanden sind, die aus jahrelangem Miteinander resultieren, das schon im Kindergarten seinen Anfang hat, werden so systematisch abgebaut  oder verhindert.

Weitere Gründe, die gegen den zentralen Kindergarten in Hahn sprechen, sind eine geradezu festzustellende Schizophrenie:

Taunusstein plant eine Tangente zur verkehrlichen Entlastung und tut alles, um Verkehr in eine der  sensibelsten Zonen Taunussteins zu bringen: in das Zentrum von Hahn. Durch das geplante  NHZ wird der Kreisel weiter belastet; Kinderbring- und Kinderholfahrten  werden durch einen 5-zügigen  Kindergarten zusätzlichen Verkehr schaffen.  Insbesondere ist es die Scheidertalstraße,  eine Straße mit überwiegender Wohnbebauung  die derzeit schon eine sehr starke Belastung zu ertragen hat. 

Der Stadtteil Hahn wird ohne Ausweis neuer Baugebiete wie Hahn-NN oder Schillberg in nächster Zeit keinen Kinderzuwachs aufweisen., insbesondere nicht im östlichen Zentrum, wo der Kindergarten geplant wird.

Ein wachsender Stadtteile ist z.B. Wehen.

Die zusätzliche  Unterbringung von 3 Gruppen in der Breslauer Straße in Pavillons zeigt deutlichst, dass dort  Bedarf ist. In Sichtweite hiervon liegt das Baugebiet Freiäcker. Hier haben überwiegend junge Familien  Häuser gebaut. Hier wird in nächster Zeit weiter Bedarf an Kindergartenplätzen  sein.

Ein Kindergarten in den Freiäckern bietet das eingangs von mir erwähnte fußläufige Erreichen des Kindergartens sowohl von den östlich gelegenen Straßen als auch von dem Gebiet Freiäcker selbst.

Wie das Exposée der Stadt Taunusstein zeigt, gibt es Grundstücke, die zum Bau  eines Kindergartens sehr geeignet erscheinen, nachdem aufgrund von heute nicht mehr nachzuvollziehenden Prognosen von „Kindermangel“ im Jahr 2004 das ehemals vorgesehene Grundstück veräußert wurde.

So ist die Flur 5, Flurstück  572 sowohl von der Größe als auch von der Lage geeignet für den Bau eines Kindergartens. Das Grundstück ist in der Nähe eines bereits vorhandenen Wohnblocks  am Wald gelegen. Sowohl Lage als auch Nachbarschaft sprechen für die Bebauung. Die Waldrandlage begünstigt sogar die Einrichtung einer  Kindergarten-Waldgruppe. 

Ebenso wäre auch Sorge getragen, dass  ein Ersatz für den kath. Kindergarten Herz-Mariä bei dessen Wegfall durch einen nahe gelegenen Kindergarten bereitstünde.

Mit freundlichen Grüßen

Etges